Stimmen aus Politik, Verwaltung und Praxis: Was Entscheider und Macher über das Detmolder Modell sagen

Wenn Kommunen vor der Herausforderung stehen, trotz knapper Kassen und überlasteter Bauämter bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, kommt es auf das Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Umsetzungspartnern an. In zahlreichen Medienberichten und Stellungnahmen erläutern Bürgermeister, Kämmerer, leitende Verwaltungsbeamte sowie die Initiatoren, warum das Detmolder Modell in der kommunalen Praxis überzeugt.

Die Macher: Rechtssichere Steuerung und Abschied von der Bürokratiebremse

Konzipiert wurde das Detmolder Modell im Jahr 2016 von dem Münsteraner Rechtsanwalt Michael Hoppenberg und dem Telgter Diplom-Kaufmann Michael Kirchner. Michael Kirchner ordnet das Detmolder Modell in der Lippischen Wochenzeitung (LWZ24) als modernes Steuerungsinstrument für das 21. Jahrhundert ein, das Kommunen von langwierigen bürokratischen Prozessen befreit und erwirtschaftete Überschüsse direkt wieder in die Gemeinschaft vor Ort zurückführt. Im BundesBauBlatt verweist er zudem darauf, dass angesichts bundesweiter Projektstornierungen ein aktives Eingreifen der Kommunen unverzichtbar sei, wofür das Detmolder Modell den passenden Rahmen biete.

Mitentwickler Michael Hoppenberg betont im Erft-Kurier sowie bei Radio Gütersloh, dass das Konzept weit über ein reines Bauvorhaben hinausgeht: Als rechtssicheres Instrument versetzt das Detmolder Modell Städte und Gemeinden in die Lage, ihre städtebaulichen Ziele unternehmerisch und souverän umzusetzen, ohne die politische Kontrolle aus der Hand zu geben. Im Fachportal Treffpunkt Kommune wir ergänzt, dass die Quartiersgenossenschaften vor allem kleine und mittlere Kommunen ohne eigene Wohnungsbaugesellschaft entlasten, das Detmolder Modell an Einzelstandorten aber ebenso das Portfolio von Großstädten sinnvoll abrundet.

Bürgermeister und Landräte: Tempo, Krisenfestigkeit und Standortvorteile

Aufseiten der Rathausspitzen gilt Detmolds Bürgermeister Frank Hilker als zentraler Fürsprecher. Im Fachmagazin KOMMUNAL legt er dar, dass die Stadt die Sanierung von 44 Wohnungen in der ehemaligen Britensiedlung mangels eigenen technischen Personals niemals allein in nur acht Monaten hätte bewältigen können. Neben bezahlbarem Wohnraum für kinderreiche Familien hebt Hilker für die nachfolgende Kommunale Wohnungsgenossenschaft Breitefeld eG besonders den Wert von Werkswohnungen hervor, um im Wettbewerb um Fachkräfte zu bestehen. Auf Detmold Plus und dem Portal der Stadt Detmold verweist er auf die nachgewiesene Wirksamkeit vor Ort und fordert Bund, Land, Förderbanken sowie die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben auf, den weiteren Ausbau über das Detmolder Modell 2.0 verlässlich zu unterstützen.

Auch in den Partnerkommunen ziehen die Hauptverwaltungsbeamten eine positive Bilanz: Wickedes Bürgermeister Alexander Heine schildert auf dem Portal der Gemeinde Wickede (Ruhr), wie das Detmolder Modell nach dem Rückzug eines privaten Investors den Stillstand auf dem ehemaligen Mannesmann-Areal beendete und nun den Bau von rund 110 Wohnungen ohne Haushaltsrisiko ermöglicht. Halles Bürgermeister Thomas Tappe würdigt bei Radio Gütersloh die Verbindung von moderner Architektur und Familienfreundlichkeit im 20-Millionen-Euro-Quartier am Postweg. In Drolshagen unterstreicht Bürgermeister Ulrich Berghof gegenüber LokalPlus NRW, dass die Genossenschaft aus Stadt, Sparkasse und Pyramis genau dort schnell und wertstabil baut, wo der freie Markt kein Angebot mehr schafft. Im Rhein-Kreis Neuss gab Landrat Hans-Jürgen Petrauschke persönlich den Startschuss für das Zukunftsprojekt der Jüchener Wohnen eG.

Kämmerer und leitende Beamte: Haushaltsschonung und aktive Gestaltung

Aus Sicht der Kämmereien und Fachbereiche punktet das Detmolder Modell durch den Aktivtausch von Grundstücken gegen Genossenschaftsanteile ohne Verschuldung des Kommunalhaushalts. Björn Hüllbrock, Kämmerer der Stadt Halle (Westf.) und Vorstand der Postweg eG, betont, dass die Kommune ihre Umsetzungskompetenz bereits unter Beweis gestellt hat, und wirbt in Berlin und Düsseldorf dafür, das Detmolder Modell verstärkt mit Förderkrediten zu flankieren. Sabine Janclas, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters in Jüchen und Vorständin der dortigen Genossenschaft, sieht im Erft-Kurier durch die Resonanz auf der Fachmesse EXPO REAL bestätigt, dass jede Kommune unabhängig von ihrer Größe ihre Wohnungspolitik aktiv selbst gestalten kann. Wie eng Verwaltungsspitzen in die Gremien eingebunden sind, zeigen zudem der Technische Beigeordnete Thomas Lammering und Finanzabteilungsleiter Daniel Klei in Detmold (BundesBauBlatt), Gemeinderechtsdirektor Stefan Kohaus und Kämmerer Dominik Bomholt als Vorstände der Lerchenhorst eG in Nottuln sowie Kämmerer Rainer Lange und Pyramis-Berater Frank Beckehoff in Drolshagen (LokalPlus NRW).